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Experteninterview mit Katja Bett:

"Virtuelle Nähe - Definitionsversuche und Entstehungsbedingungen aus teletutorieller Perspektive"

Online Tutoring Journal: Was fällt Ihnen zum Begriff "virtuelle Nähe" spontan ein?

Katja Bett: Ein Gruppengefühl und Wir-Gefühl ist vorhanden. In den Postings wird ein warmer und freundlicher Umgangston gepflegt. Die Teilnehmenden kennen sich auch auf eine persönlichere Art und Weise. Die Teilnehmenden übernehmen gegenseitig Verantwortung.

Online Tutoring Journal: Halten Sie ein Präsenz- oder Real-Life-Treffen vor einer späteren Online-Phase für das Mittel erster Wahl um das Gefühl von (virtueller) Nähe zu unterstützen oder kann Ihrer Erfahrung nach auch durch andere Maßnahmen eine persönliche Beziehung hergestellt werden?

Katja Bett: Um virtuelle Nähe zu unterstützen muss nicht unbedingt ein reales Treffen stattgefunden haben. Allerdings sollte bei einer rein virtuellen Veranstaltung darauf geachtet werden, dass ausreichend Zeit für das gegenseitige Kennenlernen und das miteinander „Warmwerden“ eingeplant wird. Bei einem sechswöchigen Online-Seminar sollte durchaus die erste Woche dafür genutzt werden. Hilfreich ist es dabei, z.B. Teilnehmersteckbriefe ins Kursweb einzustellen.

Ein solcher Steckbrief enthält ein Photo sowie kurze Informationen zu Name, Beruf und Hobbies. Zudem können die Teilnehmenden dazu aufgefordert werden, sich mit Links oder mit Bildern aus dem Internet vorzustellen, die stellvertretend für ihre beruflichen Interessen und Hobbies stehen. Daneben sollten aber auch Online-Methoden zum Einsatz kommen, die eher eine persönliche Art des Kennenlernens ermöglichen wie z.B. die Vorstellung entlang von fünf Hauptwörtern, die sich jeder selbst wählen kann. Diese Methode verleitet dazu, viel mehr von sich preiszugeben als in einer normalen Vorstellungsrunde - ein durchaus positiver Effekt für Online-Gruppen. Wichtig ist, dass die „soziale Präsenz“ explizit unterstützt wird, also dass die Teilnehmenden die Möglichkeit haben, mitzubekommen, wer ihr virtuelles Gegenüber ist. Ergänzend zu den Maßnahmen, die auf das gegenseitige Kennenlernen ausgerichtet sind, sollte die erste Woche auch dazu genutzt werden, die Lernenden an die technische Handhabung der Lernumgebung heranzuführen. Außerdem sollte ein Kommunikations- und Umgangsstil herausgebildet werden. Hierbei ist natürlich der/die Tutor/in gefragt, der/die in der ersten Woche durch seine/ihre Postings den gegenseitigen Umgang quasi vorlebt.


Thema der aktuellen Ausgabe: "Virtuelle Nähe"

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Editorial


Experteninterview mit Katja Bett

Artikel: "tele-TASK und CHESt"

Artikel: Virtuelle Nähe in interkulturellen Gruppen

Proposals Ausgabe 2/2006

Impressum

Online Tutoring Journal, Ausgabe 1, 2006, Experteninterview mit Katja Bett, S. 1.