Serge
Linckels, Mathias Kutzner, Christoph Meinel:
"tele-TASK und CHESt, zwei moderne Werkzeuge im alltäglichen
Unterricht" (7)
gemeinsam einen Clip ansehen
und anschließend über den Inhalt diskutieren:
wurde etwas zu schnell erklärt oder nicht ausführlich
genug, was müsste man als nächstes wissen, um
eine bestimmte Aufgabe zu lösen usw. Auf diese Weise
kann auch das Formulieren von Fragen, das ja besonders bei
jüngeren Schülern noch geübt werden muss,
relativ einfach und intuitiv erarbeitet werden.
Für den/die LehrerIn sind die Nachteile von "CHESt"
eher organisatorischer oder technischer Natur. Das Problem
ist, dass "CHESt" vor allem interessant ist, wenn
jede/r SchülerIn an einem Rechner arbeiten kann (oder
wenigstens zu zweit). Im alltäglichen Unterricht steht
aber nicht immer ein adäquater Rechnerraum zur Verfügung.
Wird "CHESt" eingesetzt, so ändert sich auch
die Rolle des/der Lehrers/Lehrerin, der/die jetzt mehr denn
je auf technische Probleme und Fragen reagieren muss. Diese
Feststellung gilt im Allgemeinem immer dann, wenn neue Technologien
im Unterricht eingesetzt werden [Bon01]. Durch das autonome
Arbeiten der Schüler wird der Lernprozess zwar intensiver,
jedoch auch langsamer. Man wird also nicht so schnell wie
gewohnt mit dem Unterrichtsstoff durchkommen. In der Praxis
führt dieser Zeitdruck dazu, dass nur gezielt auf autonomes
Lernen oder Gruppenarbeiten zurückzugegriffen wird.
Schlussfolgerung
In diesem Papier haben wir zwischen E-Teaching und E-Learning
unterschieden, und jeweils anhand eines Beispiels ("tele-TASK"
und "CHESt") die Vor- und Nachteile für Lernende
und Lehrende diskutiert. Als erste Voraussetzung für
den erfolgreichen Einsatz von neuen Technologien im Unterricht
haben wir festgestellt, dass sowohl Lernende als auch Lehrende
von den Vorteilen überzeugt sein müssen. Für
die Einsatzplanung bedeutsam ist der Umstand, dass Studenten/Schüler
nur dann ein E-Learning Werkzeug sinnvoll einsetzen können,
wenn sie im Vorfeld gelernt haben, es adäquat zu benutzen
[FDD+99, Mar03, NPSR99]. Im Beispiel von "CHESt"
wurde den Schülern unter anderem erklärt, welche
Vorteile eine semantische Suche gegenüber einer stichwortbasierten
Suche aufweist, und warum es unabdingbar ist, ganze Fragen
zu formulieren und einzugeben. Durch unsere praktischen
Erfahrungen können wir behaupten, dass E-Teaching und
E-Learning vor allem Vorteile haben, wenn es um die Motivationssteigerung
bei Schülern, um die Anwendung interessanter und hilfreicher
Unterrichtsformen, und um die praktische Verwertbarkeit
von Informationen geht. Dadurch ist zwar eine indirekte
Steigerung der schulischen Leistungen möglich, diese
ist aber nicht unidirektional auf den Einsatz von E-Teaching
und E-Learning zurückzuführen.
Prof.
Dr. Christoph Meinel leitet das Fachgebiet für
Internet-Technologien und –Systeme und ist wissenschaftlicher
Direktor und Geschäftsführer des Hasso-Plattner-Instituts
(HPI).
Dipl.
Inf. Mathias Kutzner ist Doktorand und wissenschaftlicher
Mitarbeiter am Hasso-Plattner-Institut (HPI).
Dipl. Ing. Serge
Linckels ist Informatik-Lehrer am Lycée Technique
Esch-sur-Alzette (LTE) in Luxemburg und Doktorand am
Hasso-Plattner-Institut (HPI).
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Danksagung: Wir
möchten uns bei allen SchülerInnen und LehrerInnen
bedanken, die an der Erstellung der Wissensdatenbanken und/oder
den Experimenten beteiligt waren. Ein großer Dank gilt
der Schulleitung des LTE, die die Durchführung der Experimente
unterstützt hat. Ein besonders großer Dank gilt
Carole Dording für die Erstellung der Wissensdatenbank
über das Bruchrechnen und die Auswertung der Experimente.