Christian
Poschmann :
"Virtuelle Nähe in interkulturellen Gruppen"
(3)
beschränkt. Deshalb
muss hier der Austausch und die Erweiterung von Wissen im
Zentrum tutoriellen Handelns stehen – virtuelle Nähe
ist der Schlüssel dazu.
Zum Schluss noch einige Handlungsempfehlungen,
die Ihnen helfen können, virtuelle Nähe zu erzeugen:
Bieten Sie frühzeitig und kontinuierlich
die Möglichkeit, mit den Tutoren und anderen Lernern
zu interagieren. Binden Sie die Lerner aber nicht durch
einen zu straffen Zeitplan. Nicht jeder Lerner hat zu jeder
Zeit ungehinderten Internetzugang. Stress schafft Distanz.
Halten Sie immer einen Plan B
bereit. Wenn eine Gruppe das Medium Chat nicht nutzt (vielleicht
wegen sprachlicher Probleme), stellen Sie ihr Konzept so
weit wie möglich auf asynchrone Kommunikation um. Man
kann virtuelle Nähe nicht erzwingen.
Ermöglichen Sie den Lernern
möglichst schnell einen Wechsel der Perspektive. Übertragen
Sie Verantwortung für Chatmoderation oder die Betreuung
von Foren an Gruppenmitglieder. Das macht sensibel für
andere Ansichten und Perspektiven. Ermutigen Sie die Lerner,
Aufgaben so zu erledigen, wie sie es
normalerweise nicht tun würden
(z.B. intuitiv oder emotional).
Minimieren Sie die „Sternkommunikation“,
also die Kommunikation über den Tutor und fördern
Sie die Kommunikation zwischen den Gruppenmitgliedern.
Machen Sie deutlich, dass ein Tutor
kein Vorgesetzter ist. Er hat natürlich eine eigene
Sichtweise, aber die kann er nur anbieten, nicht verordnen.
Christian Poschmann ist
seit 2000 freiberuflich als Webautor, Teletutor
und Coach tätig. Zuvor hat er als Hauptabteilungsleiter
eines großen, weltweit tätigen Beratungsunternehmens
zehn Jahre lang Behörden und Organisationen
bei der Planung und Umsetzung von Infrastrukturvorhaben
beraten. Neben der E-Didaktik gehört die Vermittlung
von Management-Skills zu seinen Arbeits-schwerpunkten.