"Senioren lernen online- ein Erfahrungsbericht"(2)
Wie können
Teletutoren selbstorganisiertes Lernen älterer Erwachsener
fördern?
Ich fasse hier meine Erfahrungen als Tutorin zusammen:
- Persönlicher Kontakt: Intensive Kontaktmöglichkeiten
in Form von Partner- und Kleingruppenarbeit, sowie stete Rückmeldung
durch die Tutorin sind für ältere Lernende unterstützender
als interaktive Aufgaben mit Rückmeldung durch das Programm
(z. B. Hot Potatoes).
- Umgehendes Reagieren auf Anfragen: Schnelle Reaktion
der Tutorin auf E-Mails, Foren-Beiträge und ggf. Anrufe
ist für die Motivation älterer Erwachsener ausschlaggebend.
- Beschränkung der Kommunikationskanäle:
Neben dem E-Mail-Kontakt sollten im Lernraum max. zwei weitere
Kommunikationskanäle eingesetzt werden. Die Teilnehmer/innen
fokussieren dann oft auf einen einzigen Kanal. Zu viel Abwechslung,
wie sie die Funktionen bei moodle bieten (ich denke
hier z. B. an die Funktion „Workshop“), ist für
Seniorinnen und Senioren eher verwirrend und hemmt den Lernprozess.
- Steuerung des Lernprozesses: Lerngruppen mit älteren
Erwachsenen sind stärker auf die Tutorin ausgerichtet
als Lerngruppen mit jungen Leuten. Das ist sicher auf die
Lerntradition in Schule und Familie zurückzuführen.
Von der Tutorin wird erwartet, dass sie den Lernprozess relativ
stark (mit)steuert.
- Hohe Sensibilität und Einfühlungsvermögen:
Ursachen für (vorübergehendes) Ausscheiden aus
dem Kurs sind z. B. familiäre Probleme, Krankheit oder
Todesfall naher Freunde oder Verwandter. Hier ist von der
Tutorin viel Sensibilität gefordert.
eLearning in der Aus- und Weiterbildung Sprachtraining
Deutsch
Sprach- und Literaturwissenschaftlerin, Romanistik
/ Ost-Slawistik (Universität Regensburg, Université
de la Réunion)
Expertin für Neue Lerntechnologien (tele-akademie,
FH Furtwangen)