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Jobbörse für qualifizierte Teletutoren

Nina Göddertz, Timo van Treeck, Mirco Wieg:

"Trügerische Ruhe" (4)

Teilnehmerin: „Ich hab' gestern gesucht und ich suche heute wieder, aber ich kann besagte Umfrage nicht finden. Ist das ein Test? Liegt es an mir? :)“
kurze Zeit später meldet sich die Teilnehmerin erneut: „aaaah, jetzt :) - ich hab's gefunden.“

Elementar bleibt es, die anvisierten Kommunikationsverläufe und Reaktionszeiten auch klar den Studierenden gegenüber zu kommunizieren.

Qualität der Arbeitsberichte

Qualität und Umfang der zum Ende eines jeden Lernmoduls von den studentischen Arbeitsgruppen erstellten Arbeitsberichte haben uns in vielen Fällen positiv überrascht.
Es besteht allerdings die Tendenz (wie auch in herkömmlicher Präsenz-Gruppenarbeit), diese innerhalb der Gruppen vollständig in Einzelleistungen aufzuteilen, ohne dass die Gruppenmitglieder sich gegenseitig Rückmeldungen zu den Einzelleistungen geben. Womit das Ziel durch Gruppenarbeit voneinander und miteinander zu lernen verfehlt wird. Die Arbeitsaufgaben müssen deshalb so gestellt werden, dass für einen Teil dieser Aufgaben die Zusammenarbeit aller Gruppenmitglieder erforderlich wird. Diese gemeinsame Arbeit muss dann als Teil der Aufgabe beispielsweise durch ein Chatprotokoll oder den Verweis auf das entsprechende Diskussionsforum dokumentiert werden (vgl. auch Arnold u.a. 2004, S. 153).

Betreuungsaufwand

Erfahrungsgemäß wird der entsprechende Zeitbedarf der TeletutorInnen für die Seminarbetreuung eher unter- als überschätzt (vgl. Pullwitt 2004, S. 103), was letztlich ein beachtliches Risiko für die Qualität der Angebote birgt. Die folgenden Zahlen sind Schätzungen, bezogen auf ein durchschnittliches eLearning-Seminar mit 15 bis 20 TeilnehmerInnen und drei bis vier Arbeitsgruppen in dem geschilderten Seminarkonzept. Gerade da viele Anfragen zwischendurch bearbeitet werden, ist ohne eine detaillierte Protokollierung eine genaue Aufwandsermittlung schwer möglich.

Nina Göddertz Timo van Treeck Mirco Wieg

Die AutorInnen
Nina Göddertz, Lehramtsstudentin (Philosophie, Geschichte) an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, betreut als SHK seit 2006 eLearning-Seminare des Erziehungswissenschaftlichen Instituts, Abteilung für Bildungsforschung und Bildungsmanagement.
Timo van Treeck, M.A., ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der HHU Düsseldorf und zertifizierter Teletutor, betreut seit 2003 Online-Seminare der Abteilung, seit 2007 Konzeption und Umsetzung hochschuldidaktischer eLearning-Schulungen.
Mirco Wieg, M.A. (soz.), ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der HHU Düsseldorf und Leiter des Onlineprojektes „Media-Rookies“, der Praktikums- und Jobbörse der Philosophischen Fakultät. Arbeitsschwerpunkte: Entwicklung von E-Learning Angeboten und Schulungen, Praxisorientierung an der Hochschule.

Für den Kernbereich der TutorInnentätigkeit, das heißt für die organisatorisch-soziale und technische Unterstützung der TeilnehmerInnen, fielen im Durchschnitt in der Startphase etwa drei und im weiteren Verlauf des Seminars circa zwei Arbeitsstunden pro Woche an. Da alle AutorInnen in der Rolle als TeletutorIn auch bereits das inhaltliche Feedback zu den Arbeitsberichten übernommen haben, können wir auch für diesen Arbeitsaufwand geschätzte Kennzahlen benennen: Bei umfangreichen Arbeitsaufgaben, die sowohl eine Einzelleistung jeder TeilnehmerIn als auch eine gemeinsame Leistung der gesamten Gruppe fordern, kommen bereits bei drei Gruppen à fünf Studierenden insgesamt 18 getrennt voneinander zu bewertende Teilleistungen zusammen. Die Rückmeldungen nehmen in diesen Fällen bis zu sieben Arbeitsstunden pro Modul (d.h. alle zwei bis drei Wochen) in Anspruch. Weniger umfangreiche Arbeitsaufgaben schlagen mit circa fünf Stunden Korrekturzeit zu Buche.
Fasst man den Arbeitsaufwand für Rückmeldungen mit dem für die organisatorisch-soziale und technische Unterstützung zusammen, ergab sich ein geschätzter Gesamtzeitbedarf von ca. fünf Arbeitsstunden pro Woche bei diesem anspruchsvollen und rückmeldungsintensiven Seminar. Dies sollte bei der Planung entsprechender Angebote berücksichtigt werden – vor allem aber auch zu welchen Arbeitszeiten man den Studierenden zur Verfügung stehen will und kann.

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Literatur:

Arnold, Patricia; Kilian, Lars; Thillosen, Anne; Zimmer, Gerhard: E-Learning. Handbuch für Hochschulen und Bildungszentren. Didaktik, Organisation, Qualität, herausgeben von Gerhard Zimmmer. Nürnberg 2004.

Barz, Heiner; Herrmann, Michaela: Online-Lehrbuch Jugendforschung. In: Bachmann, Gudrun; Haefeli, Odette; Kindt, Michael (Hrsg.): Campus 2002. Die Virtuelle Hochschule in der Konsolidierungsphase. Münster u.a. 2002. [Medien in der Wissenschaft; 18] S. 402-407.

Kerres, Michael: Multimediale und telemediale Lernumgebungen. Konzeption und Entwicklung. 2. vollst. überarb. Auflage. München 2001.

Nistor, Nicolae: Die virtuelle Hochschule in Bayern: Aktueller Stand und Zukunftsperspektiven. In: Bachmann, Gudrun; Haefeli, Odette; Kindt, Michael (Hrsg.): Campus 2002. Die Virtuelle Hochschule in der Konsolidierungsphase. Münster u.a. 2002. [Medien in der Wissenschaft; 18]. S. 168-175.

Pullwitt, Tanja: Eine Expedition im virtuellen Raum – Erfahrungen einer Teletutorin. In: Iris Löhrmann (Hrsg.): Alice im www.underland. E-Learning an deutschen Hochschulen. Vision und Wirklichkeit. Bielefeld. 2004. S. 95-106.

Salmon, Gilly: E-tivities – der Schlüssel zu aktivem Online-Lernen. Zürich 2004.

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Online Tutoring Journal, Ausgabe 2(9), April 2008, Göddertz et.al.: Trügerische Ruhe, S. 4.  

Thema der aktuellen Ausgabe: "Aus der Praxis für die Praxis"

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 Editorial

 Experteninterview mit Amer Kakish (Questionmark): Best Practice Beispiele als Kommunikationsanlass

 Artikel: Gendersensibles Teletutoring für lernentwöhnte Zielgruppen

 Artikel: Zwischen trügerischer Ruhe und fieberhafter Arbeit - Betreuung von Blended Learning Seminaren

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