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Kienitz, Annett:

"IT-Schulungen im Vergleich "

Abstract
Dieser Artikel vergleicht IT-Schulungen, die in Präsenz abgehalten werden, mit tutoriell betreuten Online-Kursen und Sessions zu diesem Thema im virtuellen Klassenzimmer. Dabei werden die Vor- und Nachteile jeder Veranstaltungsform detailliert herausgearbeitet.

IT-Kenntnisse spielen eine immer größere Rolle im Leben, sowohl in beruflicher Hinsicht durch den Einsatz vieler Anwendungsprogramme, als auch im privaten Bereich, z. B. durch die zunehmende Verbreitung von Digitalkameras und der Möglichkeit, Fotos selbst zu bearbeiten. Und ständig müssen diese Kenntnisse aktualisiert und angepasst werden.

Neben dem Selbststudium an Hand von Büchern und Lernprogrammen beispielsweise, gibt es verschiedene Möglichkeiten, mit Hilfe von Dozenten und Tutoren zu lernen. Da gibt es klassische Präsenzschulungen, tutoriell betreute Online-Kurse und Live-Online-Seminare sowie Kombinationen aus diesen Lernformen. Dieser Artikel soll diese drei Lernformen im Hinblick auf IT-Schulungen vergleichen.

Was aber sind die Lerninhalte von IT-Schulungen und worin liegt die Besonderheit von IT-Schulungen? IT – ein sehr weit gefasster Begriff. Grundlagen der EDV, die Funktionsweise des Computers, der Einsatz von Anwendungsprogrammen und deren Bedienung, IT-Projekte, Programmieren – diese Aufzählung lässt sich noch weiterführen. Sehr häufig steht der Einsatz von Anwendungsprogrammen, seien es Office-Anwendungen, kaufmännische oder CAD-Anwendungen oder spezielle Branchensoftware, im Mittelpunkt von IT-Schulungen und auch dieses Artikels.
Anwenderschulungen sind durch das Erlernen des Einsatzes eines Anwendungsprogramms oder dessen spezifische Bedienung gekennzeichnet. Es kann genau einen Weg zur Bearbeitung einer Aufgabe geben oder auch mehrere Wege, die zum Ziel führen. Die „Philosophie“ eines Programms zu verstehen, sollte immer Gegenstand einer Schulung sein. Allerdings handelt es sich auch dabei im Allgemeinen um Fakten, Lerninhalte lassen sich also nicht über einen Diskussionsprozess erarbeiten.

„Klassische“ Präsenzschulungen

Dozent und Teilnehmer finden sich zur Schulung zur selben Zeit in einem realen, mit PCs ausgestatteten Schulungsraum ein. Die Teilnahme an der Schulung ist also sowohl für den Dozenten als auch für die Teilnehmer mit einer persönlichen Anwesenheit an einem bestimmten Ort zu bestimmten Zeiten verbunden, was zusätzlich zu den Kosten der Schulung mit Fahrt- und eventuell Übernachtungskosten verbunden ist. Außerdem wird für die An- und Abreise Zeit benötigt.

Dozent und Teilnehmer kommunizieren verbal und auch nonverbal. Der Dozent kann Stimmungen in der Lerngruppe aufnehmen und sofort darauf reagieren. Anwenderschulungen sind häufig von Sequenzen geprägt, in welchen Programmfunktionen zunächst demonstriert bzw. vorgeführt, und danach gleichzeitig von allen Teilnehmern ausgeführt und individuell geübt werden.

Zur Ergebnissicherung wird dann die eingeübte Programmfunktion noch einmal vom Dozenten zusammengefasst und oft auch schriftlich festgehalten. Auftretende Verständnisfragen können bei dieser Art des Unterrichts unmittelbar geklärt werden. Der Dozent kann direkt am Computer des Teilnehmers dessen Lernstand erkennen und helfend eingreifen.

Die Dauer einer IT-Schulung ist je nach Lerninhalt und –tiefe sehr verschieden. Meist wird im Block, der von einem bis zu mehreren Tagen reicht, unterrichtet. Unterrichtsreihen mit z. B. wöchentlichen Terminen sind auch möglich, wobei die einzelnen Termine selten kürzer als vier Unterrichtstunden sind. Die Präsenztermine als solche sind also recht lang und bieten so auch Zeit zum Üben.

Besonders hervorzuheben ist der direkte soziale Kontakt während einer Präsenzschulung, der es auch ermöglicht, dass sich die Teilnehmer untereinander helfen und so auch eine Art Gruppenlernen entstehen kann.

Tutoriell betreute Online-Kurse mit asynchroner Kommunikation

Die Lerninhalte stehen hier in Form von Lehrbriefen, Anleitungen oder auch als (eventuell webbasiertes) Lernprogramm zur Verfügung. Dazu gibt es Aufgaben, welche die Teilnehmer lösen und als Ergebnis einsenden müssen. Die Kurs-Teilnehmer bearbeiten die Lernunterlagen in der Regel selbstständig. Der Online-Dozent oder Teletutor begleitet den Lernprozess, indem er die Lernunterlagen zeitlich getaktet zur Verfügung stellt, Tipps und Anregungen zur deren Bearbeitung gibt, die Ergebnisse der Aufgaben beurteilt (Feedback), gleichzeitig Ansprechpartner für alle mit dem Kurs zusammenhängenden Fragen ist, ggf. Gruppenarbeiten initiiert und vieles mehr. Diese qualifizierte tutorielle Unterstützung ist sehr bedeutend für den Lernerfolg in Online-Kursen.

Die Lernmaterialien können sowohl über eine Lernplattform zur Verfügung gestellt werden, als auch per E-Mail versendet werden. Über Lernplattformen können Dozent und Teilnehmer auch kommunizieren, z. B. über Diskussionsforen. Solche Online-Kurse können als Gruppenkurse oder Einzelkurse stattfinden. Einzelkurse ähneln dann sehr stark herkömmlichen Fernlehrgängen. Gruppenkurse bieten aber auch bei IT-Anwenderschulungen die Möglichkeit der Kommunikation und Kollaboration mit den anderen Teilnehmern und den Austausch untereinander, was die Motivation und den Lernerfolg erhöhen kann.

Online-Kurse mit asynchroner Kommunikation sind sowohl zeit- als auch ortsunabhängig und zwar für den Dozenten und die Teilnehmer gleichermaßen. Sie erlauben daher ein hohes Maß an Zeitsouveränität, erfordern jedoch auch höhere Selbstlernkompetenzen der Teilnehmer.

Die Zusammenstellung der Lernmaterialien muss sehr sorgfältig erfolgen und alles sollte gut verständlich und eindeutig formuliert sein. Andernfalls auftretende Verständnisfragen behindern den Teilnehmer beim Lernen, da seine Fragen ja nur zeitversetzt bzw. verzögert und nicht unmittelbar beantwortet werden können.

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Online Tutoring Journal, Ausgabe 1 (4), 2007, Kienitz, A.: IT-Schulungen im Vergleich, S. 1.  

Thema der aktuellen Ausgabe: "Methodik und Didaktik des Live-E-Learning im virtuellen Klassenzimmer"

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