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Rückel, Matthias :

"Das Interaktionsradar - Vergleich der methodisch-didaktischen Möglichkeiten im virtuellen Klassenzimmer" (2)

Hier bietet das im Rahmen eines Beratungsprojektes entwickelte „Interaktionsradar“ Unterstützung. In einem Netzdiagramm werden die 11 zentralen interaktiven Möglichkeiten in virtuellen Klassenräumen visualisiert. Die Funktionen eines virtuellen Klassenraums werden getestet und einer oder mehreren Kategorien zugeordnet und anschließend mit 0 bis 6 Punkten bewertet. „0“ Punkte bedeuten, dass keinerlei Funktionen in dieser Kategorie zur Verfügung stehen. „6“ Punkte, dass alle bekannten Möglichkeiten in diesem Bereich ausgeschöpft sind. Die Werte werden in das Netzdiagramm eingetragen. Eine größere Fläche bedeutet nicht, dass ein Mehr an Funktionen existiert! Je größer die orangefarbene Fläche ist, desto mehr Interaktionsmöglichkeiten bieten sich im Live-Online-Training auf Basis der vorhandenen eventuell „zweckentfremdeten“ Funktionen und ihren konkreten Ausprägungen oder in Kombination miteinander.

In der Grafik ist beispielhaft das Anforderungsprofil eines vollwertigen virtuellen Klassenraum abgebildet. Bitte klicken Sie die Grafik an, um eine vergrößerte Darstellung zu erhalten (JavaScript muss dazu in Ihrem Browser aktiviert sein sowie Pop-Up-Blocker abgeschaltet).

Die 11 zentralen Interaktionskategorien
1. Unter die Kategorie „Interaktion/Feedback“ fallen alle Funktionen, die eine symbolhafte Interaktion oder ein emotionales Feedback unterstützen und dadurch im virtuellen Raum die fehlende nonverbale Kommunikation ersetzen. Neben den üblichen Ja-/Nein-Symbolen gehören beispielsweise grafische Emoticons im Chat dazu.
2. Die Dimension „Chat/FAQ“ bildet die Möglichkeiten einer spontanen schriftlichen Kommunikation mit dem Trainer oder der Teilnehmer untereinander ab. Je vielseitiger die Möglichkeiten sind, desto höher ist der hier abgebildete Wert.
3. „Folien zeigen“ ist eine der zentralen Komponenten in virtuellen Raum. Kaum ein Webinar kommt augenblicklich ohne eine Folienpräsentation aus. Die Kategorie bewertet, inwieweit Folien mit Animationen und zusätzlichen Whiteboard-Funktionen, zum Beispiel „Pointer“ oder „Textmarker“ möglich sind. Die Bewertungspunkte werden unabhängig davon vergeben, ob die Folienpräsentation mithilfe einer bestimmten Folienkonvertierung, Application Sharing oder anderer Hilfsmittel gezeigt wird.
4. „Software zeigen und teilen“ oder auch „Application Sharing“ ist eine weitere zentrale Kategorie und erweitert die interaktiven Möglichkeiten erheblich. Mit Application Sharing können Live-Online-Trainings beispielsweise durch „Drittsoftware“ mit Visualisierung oder Mindmapping stark bereichert werden. Die Möglichkeit Bildschirmfotos zu schießen und zu publizieren gehört ebenfalls in diese Kategorie.

5. Unter „Whiteboard“ werden alle Funktionen zum gemeinsamen interaktiven schriftlichen Arbeiten und Zeichnen auf einer virtuellen Wandtafel oder Flipchart zusammengefasst. In Kombination mit vorbereiteten Folien bieten Whiteboards vielseitige und häufig zu gering eingeschätzte Möglichkeiten der interaktiven Unterrichtsgestaltung.
6. „Dateien verteilen“ beinhaltet alle Möglichkeiten Dateien während der Live-Online-Session an die Teilnehmer zu versenden.
7. „Gemeinsam surfen“. Diese Kategorie wurde am Beispiel des Sprachunterrichtes weiter oben detailliert erläutert.
8. „Zusätzliche Funktionen“, die der Interaktion innerhalb des virtuellen Raumes dienen und nicht anderen zentralen Kategorien zugeordnet werden können, finden in der gleichnamigen Kategorie ihren Platz. Beispielsweise Umfragen oder Tests in personalisierter oder anonymer Form zur Überprüfung des Wissensstandes.
9. In Seminaren oder Workshops spielt die Möglichkeit spontan Rechte und Rollen zu wechseln eine bedeutende Rolle. Je unkomplizierter und leichter während eines Live-Online-Trainings agiert werden kann, desto höher ist der Punktestand in der Kategorie „Moderation wechseln / Rechte ändern“. In dieser Kategorie wird auch die mögliche Freischaltung von mehr als einem Sprecher und die Einrichtung von Gruppenräumen bewertet.
10. Die bekannteste und am häufigsten genutzte Kommunikationsform im virtuellen Raum ist die Sprache. In der Kategorie „Audiokonferenz“ werden die vorhandenen Möglichkeiten für die sprachliche Kommunikation bewertet.
11. Ein Vorteil von Live-Online-Trainings gegenüber klassischen E-Learning-Szenarien ist die Einbindung in eine Gruppe. Zur Unterstützung dieser sozialen Komponente dienen statische Bilder (bzw. Fotos, auch „Picture-IDs“ genannt) von Teilnehmern und dem Trainer oder die Übertragung eines Videobildes. In der Kategorie „Videokonferenz“ werden diese visuellen Hilfsmittel zusammengefasst.

Das Interaktionsradar geht damit über den direkten Vergleich einzelner Funktionen und Ausstattungen virtueller Klassenräume hinaus und erlaubt die Analyse eines virtuellen Klassenraums mit Hilfe der elf zentralen Interaktions- bzw. Kommunikationskategorien, unabhängig davon, mit welcher Funktionalität dies erreicht wird und ermöglicht damit einen besseren Vergleich einzelner Systeme unter methodischen Gesichtspunkten.

Je größer die orangefarbene Fläche ist, desto vielseitiger und umfangreicher sind die methodischen und didaktischen Gestaltungsmöglichkeiten der Interaktion. Im Live-Online-Collaboration-Blog (www.lionco.de) sind die Testberichte und Ergebnisse der virtuellen Klassenräume dimdim, Webhuddle, Adobe Connect und Vyew bereits veröffentlicht. Monatlich folgt ein weiterer Testbericht eines virtuellen Klassenraums inklusive Interaktionsradar.

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Über den Autor:
Matthias Rückel, Diplom-Pädagoge mit Schwerpunkt Erwachsenenbildung und betriebliche Bildung. Diverse Zusatzausbildungen im Bereich E-Learning und Live Online Training. Auf der Basis seiner Berufserfahrung als Präsenztrainer, Projektleiter und Core-Competence E-Learning der T-Systems gründete er www.direct-dialog.de. Schwerpunkte seiner Arbeit sind die Ausbildung von Live-Online-Trainern, Beratung und Konzeption von Live-Online-Collaboration und das Arbeiten in verteilten Teams. Er ist Initiator und Autor des deutschen Blogs für Webkonferenzen, virtuelle Klassenräume und Videokonferenzen: www.lionco.de.

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Online Tutoring Journal, Ausgabe 1(4), 2007, Rückel, M.: Das Interaktionsradar, S. 2.  

Thema der aktuellen Ausgabe: "Methodik und Didaktik des Live-E-Learning im virtuellen Klassenzimmer"

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 Experteninterview mit Lore Reß

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