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Jobbörse für qualifizierte Teletutoren

Jans, Manuel :

"Qualitätsmanagement von Online-Kursen"

Abstract:
Ein wesentlicher Faktor der Professionalisierung des eigenen Handelns als Trainer oder Tele-Tutor liegt in der systematischen Entwicklung und Sicherung der Qualität der durchgeführten Online-Kurse. Qualitätsmanagement bedeutet hier im Grunde die systematische Reflexion und Bewertung der Entwicklung, Durchführung und Evaluation von Online-Kursen mit Hilfe geeigneter, gut begründeter Qualitätsstandards. Im Folgenden werden zunächst wesentliche Ansatzpunkte und Grundzüge des Qualitätsmanagement dargestellt, um dann zu verdeutlichen, anhand welcher Qualitätsbereiche die Input-, Prozess- und Output-Qualität von Online-Kursen gesichert und entwickelt werden können. Hierbei wird auch auf typische Probleme und Lösungsansätze eingegangen. Abschließend werden noch die zentralen Referenz- und Vorgehensmodelle aufgezeigt, die Weiterbildungsorganisationen, Online-Trainer und Tele-Tutoren nutzen können, um ein eigenes Qualitätsmanagementkonzept für ihre Online-Kurse zu entwickeln.

Qualitätsmanagement von Online-Kursen Ansatzpunkte und Grundzüge eines Konzeptes

Um die Qualität von Online-Kursen systematisch zu entwickeln und nachhaltig zu sichern, muss man sich zwei zentrale Fragen stellen: (1) Was sind die wesentlichen Qualitätsbereiche und Qualitätskriterien eines spezifischen Online-Kurses? (2) Was muss man konkret tun, um die angestrebten Qualitätsziele des Kurses zu erreichen und dauerhaft sicher zu stellen?
Die erste Frage zielt auf die Entwicklung eines gut begründeten Qualitätsmodells ab, welches die wesentlichen Qualitätsbereiche des Kurses und möglichst konkrete Qualitätskriterien und die dazugehörigen Maßstäbe, Zielgrößen oder Kennzahlen benennt, kurzum die Qualitätsstandards an denen der Kurs gemessen werden soll.
Die zweite Frage zielt auf die Entwicklung eines tragfähigen Qualitätsmanagementmodells ab, welches mindestens die Entwicklungsziele, die konkreten Verfahren und Instrumente zur Entwicklung der Kursqualität sowie zur Sicherung der bereits erreichten Qualitätsstandards als auch konkrete Aufgaben und Verantwortlichkeiten abbilden sollte. Da die Vorstellungen von und die Anforderungen an die Qualität eines Online-Kurses typischerweise einem Wandel im Zeitablauf unterliegen, ist das zentrale Ziel des Qualitätsmanagements die fortlaufende Qualitätsentwicklung durch die Anpassung der Qualitätsstandards sowie der Qualitätsentwicklungs- und Qualitätssicherungsverfahren.
Hierzu ist eine fortlaufende oder zumindest punktuelle Reflexion und Bewertung des eigenen Handelns in Bezug auf die Planung, Durchführung und die Ergebnisse des Kurses notwendig. Hierdurch werden Qualitätsmanagementmodelle zum Instrument der Personal- und Organisationsentwicklung der Anbieter von Online-Kursen und fördern die Professionalisierung tele-tutoriellen Handelns.
Will man nun versuchen, die Qualität von Online-Kursen systematisch zu managen, ist es sinnvoll, die Qualität des Kurses entlang der gesamten Prozesskette der Herstellung einer Bildungsleistung im Rahmen eines Input-Prozess-Output-Modells zu betrachten (vgl. Abbildung 1, in Anlehnung an Arnold 1994, S. 7; Bitte klicken Sie die Grafik an, um eine vergrößerte Darstellung zu erhalten. JavaScript muss dazu in Ihrem Browser aktiviert sein sowie Pop-Up-Blocker abgeschaltet).

Abbildung 1: Input-Prozess-Output-Modell

Die Input-Qualität von Online-Kursen
Weiterbildungsanbieter können schon im Vorfeld der Durchführung von Online-Kursen versuchen die Kursqualität zu sichern. Wesentliche Qualitätsbereiche, die als Ansatzpunkte für das Management der Input-Qualität dienen können, sind hierbei sicherlich (1) die Planung und Organisation des Online-Kurses, (2) die Qualifikationen der Trainer und Tele-Tutoren, (3) die dem Kurs zugrunde liegende Technik sowie (4) das pädagogische und didaktische Konzept des Kurses und (5) die Qualität der eingesetzten Lehr- und Lernmedien.
Alle diese beispielhaft genannten Qualitätsbereiche beziehen sich auf die organisatorischen, personellen, technischen und didaktischen Voraussetzungen der Lernumgebung, die es durch die Definition hinreichend konkreter Qualitätskriterien und die Verwendung zielführender Verfahren zu entwickeln und zu sichern gilt.
Die Bereiche der Input-Qualität von Online-Kursen sind insbesondere deshalb für die Qualitätsentwicklung geeignet, da sich diese zumeist recht gut vom Bildungsanbieter beeinflussen lassen, also unmittelbar durch eigenes professionelles Entscheiden und Handeln Einfluss auf die Qualität des Kurses genommen werden kann. Wesentlich ist hierbei, dass man sich bei der Auswahl oder Erstellung der Input-Faktoren eines Online-Kurses an vorher definierten Mindestkriterien orientiert, die die Produkte und Leistungen erfüllen sollen. Es gilt also im Vorfeld zu überlegen, welche Bedingungen gegeben sein müssen, damit der Kurs möglichst reibungslos und lernförderlich verlaufen kann. Hierzu benötigt man aber zwingend möglichst konkrete Vorstellungen über die gewünschte organisatorische, personelle, technische und didaktische Qualität des Online-Kurses, kurzum ein Qualitätsmodell in Bezug auf die Voraussetzungen der Lernumgebung.

Die Prozess-Qualität von Online-Kursen
Qualitätskriterien, die während des Online-Kurses wirksam werden, beziehen sich auf die Qualität der Lehr-Lernprozesse im Rahmen der Voraussetzungen der Lernumgebung. Im Gegensatz zur Input-Qualität von Online-Kursen, kann die Qualität der Lehr-Lernprozesse nicht allein vom Online-Trainer bzw. Tele-Tutor erbracht und gewährleistet werden. Vielmehr müssen die Teilnehmer zumeist aktiv an diesen Prozessen mitarbeiten, sind also weniger Konsumenten als “Co-Produzenten“ der Bildungsleistungen und beeinflussen somit unmittelbar die erlebte Qualität der Online-Kurse für alle Beteiligten. Unterschiedliche Vorwissensstände, Motivationslagen, Lerntypen, Lernerfahrungen, lernrelevante Kompetenzen und Lernumfelder beeinflussen sowohl die Qualitätsansprüche als auch das konkrete Lernverhalten der Teilnehmer, was in der Summe die erlebte Kursqualität für alle Beteiligten beeinflusst. Deshalb sind die Möglichkeiten der Einflussnahme auf die Prozess-Qualität häufig auch lediglich auf eine Art “Grobsteuerung“ beschränkt. Im Grunde geht es darum, die netzgestützte Lernumgebung durch lernförderliche Bedingungen so zu gestalten, dass intendiertes, erfolgreiches Lernen wahrscheinlicher wird.
Wesentliche Qualitätsbereiche sind hier beispielsweise (1) die Funktionalität, Skalierbarkeit und konkrete didaktische Gestaltung der genutzten Lernplattform, (2) die Qualität der tele-tutoriellen Betreuung, (3) die Sicherung der Qualität der Lernaktivitäten der Teilnehmer, (4) die Qualität der Interaktion zwischen dem Tutor und den Teilnehmern sowie der Teilnehmer untereinander oder (5) die Art und den Umfang der Metakommunikation über das Lern- und Kommunikationsverhalten der Teilnehmer, das Lehrverhalten des Trainers bzw. Tutors, den Verlauf des Gruppenprozesses oder des Kooperations- und Konfliktverhaltens im Rahmen des Online-Kurses.

- Lesen Sie weiter auf S. 2 -

1
Online Tutoring Journal, Ausgabe 1(8), Januar 2008, Jans: Qualitätsmanagement, S. 1.  

Thema der aktuellen Ausgabe: "Was bedeutet Qualität beim E-Learning"

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 Experteninterview mit Dr. Thomas Jechle und Karsten Bieberle (tele-akademie Furtwangen)

 Artikel: Qualitätsmanagement von Online-Kursen

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   Artikel: Standards- Qualität - Zertifizierung

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