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Franka Fleischhack :

"Lernplattform für eine interkulturelle netzbasierte Zusammenarbeit"

Abstract
Dieser Artikel geht der Frage nach, inwieweit eine Lernplattform die Zusammenarbeit interkultureller Gruppen über das Netz unterstützen kann.

Zeit-, Ortsunabhängigkeit und Interaktions-möglichkeiten zwischen Studierenden aus unterschiedlichen Ländern sind Vorteile des Lehrens und Lernens mit elektronischen Medien, die gerade im interkulturellen Kontext nicht unbeachtet bleiben sollten. Findet die interkulturelle Zusammenarbeit nun über eine Lernplattform im Internet statt, dann ändern sich dementsprechend die Ausgangsbedingungen. Die interkulturelle, netzbasierte Zusammenarbeit beschränkt sich nun durch den Wegfall der para- und nonverbalen Kommunikation vorwiegend auf die schriftliche, textbasierte Kommunikation. Der Einfluss der kommunikativen Stile wie der intellektuellen Stile (vgl. Galtung 2003, S. 169) und des Arbeits- und Managementstils (vgl. Barmeyer 2000, S. 28ff) sowie der lernersprachlichen Restriktionen auf die Kommunikation bleibt jedoch bestehen.

Der situationsgerechte Umgang mit anderem Wahrnehmungs- und Kommunikationsverhalten ist offensichtlich für den Erwerb einer interkulturellen Kompetenz entscheidend. Interkulturelle Kompetenz beschreibt eine umfassende Interaktionsfähigkeit, bei der affektive, kognitive und verhaltensbezogene Komponenten gleichermaßen wirken. Sie betrifft demnach die Bewusstseins- und Verhaltensebene. Die interkulturelle Kompetenz stellt also keinen Zustand dar, sondern lässt sich als ein offenes und prozesshaftes Konzept charakterisieren.

Laut BOLTEN ist die interkulturelle Kompetenz keine eigenständige Kompetenz, sondern 'vielmehr [die] Fähigkeit, individuelle, soziale, fachliche und strategische Teilkompetenzen in ihrer bestmöglichen Verknüpfung auf interkulturelle Handlungskontexte beziehen zu können' (Bolten 2001, S. 87).
Eine kompetente Person verfügt somit über das Wissen der eigenen und fremden Kultur. Fremdsprachenkenntnisse helfen ihr wiederum, die andere Kultur zu verstehen und sind deshalb für sie unverzichtbar. Diese Person ist außerdem fähig, Kommunikationsstörungen in der Interaktion zu bemerken und öffentlich zu thematisieren (Metakommunikationsfähigkeit). Natürlich wird eine gewisse Lernbereitschaft und eine Vorurteilsfreiheit gegenüber fremden Kulturen (Polyzentrismus) erwartet. Die agierende Person kann ebenso mit unsicheren, mehrdeutigen und komplexen Situationen (Ambiguitätstoleranz) umgehen und hinterfragt ihre eigene Handlungen kritisch (Rollendistanz). Trotz allem bleibt die interkulturelle Kompetenz nur eine notwendige, aber noch lange keine ausreichende Bedingung für den Erfolg in der interkulturellen Zusammenarbeit (Kühlmann/ Stahl in: Barmeyer/ Bolten 1998, S. 217f.).

Die Potentiale und Probleme der netzbasierten Zusammenarbeit stellt wiederum der von REINMANN-ROTHMEIER und MANDL geprägte Ansatz des kollaborativen Lernens in einer netzbasierten Lernumgebung dar. Dabei ist eine detaillierte Analyse der Merkmale der kollaborativen Situation und der Prozesse der kollaborativen Interaktion notwendig. Lerngemeinschaften und Projektteams beispielsweise werden oft als virtuelle Gemeinschaften gleichgesetzt, obwohl sie unterschiedliche Voraussetzungen besitzen und andere Ziele verfolgen.

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Online Tutoring Journal, Ausgabe 2, 2006, Fleischhack, F.: Lernplattform für eine interkulturelle netzbasierte Zusammenarbeit, S.1.  

Thema der aktuellen Ausgabe: "Interkulturelle Lerngruppen"

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 Experteninterview mit Matthias Rückel

 Artikel: Lernplattform für eine interkulturelle netzbasierte Zusammenarbeit

 Artikel: Developing a Culturally-Aligned Foundation for Virtual Collaborative Learning in the International Context

 Proposals Ausgabe 3/2006

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