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Jobbörse für qualifizierte Teletutoren

Dr. Wolfgang Linker:

"Mit der Lernmaschine vom E-Learning zum E-Doing - oder: Wie kann man Können lernen?"

Abstract
Der Autor beschäftigt sich mit Problemen, die einem nachhaltigem Lernen im Rahmen der beruflichen Weiterbildung häufig im Wege stehen, und behandelt wichtige Lösungsansätze. Anschließend zeigt er auf, welche Aufgaben eine von ihm neu entwickelte Software bei diesen Lösungen übernehmen kann.

Einführung

In einem Magazin für Teletutoring davon zu berichten, dass und warum erfolgreiches Lernen häufig am Arbeitsplatz scheitert, heißt einerseits Eulen nach Athen zu tragen. Andererseits gibt es jedoch auch reichlich Diskussionsbedarf: Beim Behandeln der dafür verantwortlichen Gründe stellt sich schnell heraus, auch hier steckt der Teufel im Detail.

Die Ausgangsidee für meine brandneue Software “Die Lernmaschine” stammt noch aus einer Zeit, in der E-Learning oder Teletutoring völlig unbekannt waren. Zusammen mit einem Partner veranstaltete ich damals über mehrere Jahre hinweg ein sehr erfolgreiches mehrtägiges Training für einen großen deutschen Konzern. Der äußere Rahmen war mit einem Bauernhaus mitten im Schwarzwald traumhaft. Die “handverlesenen” Teilnehmenden zeigten sich offen, interessiert und motiviert, die Gruppendynamik gestaltete sich entsprechend toll, das Feedback war hervorragend. So kam der Wunsch nach Folgeseminaren auf und alles lief ab wie vorher - mit einer Ausnahme: Ich stellte fest, trotz idealer Voraussetzungen wusste man vom ersten Seminar nur noch wenig und konnte so gut wie nichts. Aus Unternehmenssicht war das Training letztendlich ein teurer Schlag ins Wasser. Seit dieser Zeit befasse ich mich mit der Frage, wie das zu ändern ist. Und meine letzte Antwort darauf ist die Lernmaschine.

Diese Software besitzt eine Vielzahl von Funktionen zum Erfassen, Bearbeiten, Archivieren und Einprägen von Wissen (um die es hier weniger gehen soll). Ihre Hauptaufgabe besteht jedoch im Helfen beim Können­lernen. Dass dies in der Praxis meist scheitert, hat viele Gründe (von denen ich einige der wichtigsten im Folgenden behandele). Als besonders störend hat sich jedoch für mich Im Laufe der Jahre herauskristallisiert: zu allgemein gehaltene Lehrinhalte und eine falsche Auffassung von Lernen. Diese Punkte sind die Hauptursache dafür, dass man das Erich-Kästner-Prinzip “Es gibt nichts Gutes, außer: Man tut es!” nicht anwenden kann. Und Könnenlernen ohne Tun ist unmöglich. Daher setzt die Lernmaschine, wie wir sehen werden, den Hebel auch genau an dieser Stelle an.

Der Einfachheit halber unterteile ich die zahlreichen Möglichkeiten der Aus- und Weiterbildung anhand von zwei mal zwei Eigenschaften in vier Felder: Wir trennen den Lernprozess in die beiden Stufen Auswählen/Aufnehmen sowie Verankern der Lerninhalte und wir unterscheiden zwischen fremd- und selbstgeleiteten Lernprozessen (Abb. 1). Das in der letzten Ausgabe des Online Tutoring Journal behandelte “selbstorganisierte Lernen” spielt sich daher in den Feldern 3 und 4 ab, herkömmliche Schulungen in den Feldern 1 und 4, Teletutoren tummeln sich in den Feldern 1 und/oder 2 und die Lernmaschine lässt sich in allen Feldern einsetzen.

Selbstgeleitetes Lernen ist unter Kostengesichtspunkten ideal: Man spart Trainer und/oder Tutoren - mit ein Hauptgrund für die anfänglich kritiklose Begeisterung für E-Learning (EL). Da man jedoch feststellte, dass nachhaltige Lernerfolge und niedrige Kosten meist unvereinbar sind, trat Ernüchterung ein und Blended Learning bzw. "BL" auf den Plan. Dabei ergänzt man EL zum Steigern des Lernerfolgs durch Ansätze der Felder 1 und 2. Aber egal ob EL oder BL, beide Begriffe besitzen für mich einen Nachteil: Sie engen den Blickwinkel zu sehr auf elektronische Medien ein. Schließlich gibt es viele effektive Alternativen, z.B. BuL, KL, TL, FL, PL und last but not least TrL oder TuL (Buch-Lernen, Kopfhörer-Lernen, Tafel-Lernen, Folien-Lernen, Pinnwand-Lernen sowie Trainer-Lernen oder Tutor-Lernen.) Auch wenn diese Aufzählung nicht ganz ernst gemeint ist: Sie unterstreicht, dass der durch Louis H. Sullivan berühmt gewordene Satz nicht “Function follows form” sondern “Form follows function” heißt. Zumal der Volksmund weiß: Wer nur einen Hammer hat, macht alle Welt zum Nagel. Das Planen nachhaltig wirksamer Lernprozesse sollte daher grundsätzlich von der gesamten Bandbreite an Lehr- und Lernformen ausgehen. Diesen überaus erfolgreichen Denkansatz bezeichnet man seit rund 30 Jahren im Englischen als “Accelerated Learning” oder kurz AL, von der AL-Expertin Claudia Monnet als “aktivierendes Lernen” in den deutschen Sprachraum eingeführt.

- Lesen Sie weiter auf S. 2 -

1
Online Tutoring Journal, Ausgabe 3(6), Juli 2007, Linker, W.: Lernmaschine, S. 1.  

Thema der aktuellen Ausgabe: "Mobile Learning und Web 2.0"

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