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Hajnaljka Beck:

"Möglichkeiten und Grenzen des Live-Online-Fremdsprachenunterrichts in einer virtuellen Welt" (2)

Abb.: Virtuelles Sprechzimmer auf der dänischen Media-Learning-Insel

Die interessante Lernumgebung macht den Lernenden Spaß und das trägt dazu bei, dass die Sprachhemmungen abgebaut werden. Außerdem lernen die Teilnehmer praktisch mit allen Sinnen. Sie tun etwas (sie bewegen ihre Avatare), sie hören, sie sehen und sie sprechen natürlich auch – sie arbeiten wesentlich aktiver, als in einem traditionellen Klassenzimmer. Im SL kann man die oben erwähnten Spielformen auch mit Einbezug muttersprachlicher Avatare spielen, was die Situation noch spannender macht. Diese Möglichkeit lernt man besonders schätzen, wenn man die Zielsprache nicht im Zielsprachenland unterrichtet, und die finanzielle Lage der Lernenden es nicht erlaubt, jedes Jahr eine zweiwöchige Auslandsreise zwecks Sprachtraining zu absolvieren.

Die oben genannten Unterrichtstätigkeiten können die live-online Sprachstunden interessant machen. Second Life als Lehr- und Lernplattform entfaltet seine Möglichkeiten vollständig aber nur dann, wenn man mit ihm aktiv arbeitet. Der größte Vorteil dieser virtuellen Welt ist nämlich, dass man sie frei und grenzenlos ändern kann. Lehrer, die in der Lage sind, diese Eigenschaft aktiv zu nutzen, können ihre live-online Stunden sehr spannend machen.

Benutzt man SL aktiv, braucht man zum Unterricht keine Häuser, Galerien und nachgemachte Klassenzimmer, sondern einen riesigen freien Platz, auf dem man Gegenstände gestalten kann, grammatische Tabellen, Fotos, kurze Videoszenen, Webseiten zeigen kann und interaktive Übungen lösen lassen kann. Im Unterricht sitzen die Avatare nicht auf einem virtuellen Stuhl, sondern sie laufen hin und her auf der Fläche, sie suchen Textteile aus Tabellen zusammen, zählen Gegenstände oder führen die Anweisungen des Lehrers aus, der schon an der Bewegung sehen kann, ob die Person, die hinter dem Avatar steckt, die Anweisung verstanden hat. Solche Übungen lässt man auch in einem traditionellen Klassenzimmer machen, aber live-online ist das nur im Second Life möglich. Währenddessen interagieren die Lerner selbstverständlich mit den anderen Lernern, die ebenfalls am Unterricht teilnehmen.


Abb.: Anfängerunterricht, Zahlen und Grußformeln

Diese aktive Benutzung kann die Möglichkeiten des Spielens noch erweitern. Gestaltet man die virtuelle Welt aktiv, kann man Spielaktivitäten initiieren, die der oben genannten Definition der Lernspiele vollständig entsprechen. Ein sehr gutes Beispiel sind Gesellschaftsspiele. Man kann im SL die Spielfelder der traditionellen Gesellschaftsspiele mit Leben füllen, die Avatare laufen ggf. nicht auf einem flachen Spielfeld herum, sondern in einem richtigen Labyrinth oder zwischen Gegenständen. Im SL kann man unter Umständen 10 Avatare gleichzeitig problemlos spielen lassen.

Abb.: Ein kommunikatives Gesellschaftsspiel mit Gegenständen. Steht man auf dem Feld mit dem Wasser, hört man sogar das Rauschen

Sogar Spiele, die zur Einübung von sprachlichen Formen, Regeln und Strukturen verwendet werden und so manchmal eher einen Drillcharakter als Spielcharakter haben, können im Second Life zu Tätigkeiten werden, die richtig Spaß machen. Solche Spiele sind zum Beispiel Kreuzworträtsel, Ratespiele, das beliebte Hängemannspiel oder der Wortsalat.

Abb.: Hängemannspiel auf der dänischen Media-Learning Insel


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Online Tutoring Journal, Ausgabe 3(10),Juli 2008, Beck, Hajnalka: Fremdsprachenunterricht in SL, S. 2.  

Thema der aktuellen Ausgabe: "Game Based Learning"

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 Editorial

 Experteninterview mit Matthias Rückel (time4you): Wie lernt man in Second Life und anderen virtuellen Welten?

 Artikel: Axel Nattland: Lernen in Second Life: Welten verbinden - Welten erfinden

 Artikel: U. Kortenkamp/ W. Müller: Wo ist denn hier das Undo? Erfahrungen beim Einsatz von Second Life in Lehrveranstaltungen

 Artikel: Hajnalka Beck: Möglichkeiten und Grenzen des Fremdsprachenunterrichts in einer virtuellen Welt

 Artikel: Silvia Dreer: Realisierung von Second Life in berufsbildenden Schulen

 Proposals Ausgabe 4/2008

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