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Jobbörse für qualifizierte Teletutoren
Schmitt, Rolf:°

"Tests und Tutoring – zwei Säulen für den Lernerfolg"

Abstract
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Bedeutung von Tests in Online-Lern-Szenarien und der Rolle, die computergestützte Werkzeuge und Teletutoren als Feedbacklieferanten dabei einnehmen können.

Das Bedürfnis des E-Learners nach Leistungskontrolle
Während von Seiten der Personalentwickler versucht wird, den Begriff „Assessment“ bzw. „Assessment-Center“ aus dem Vokabular zu streichen, da dieser meist mit diffusen Ängsten besetzt ist, erfährt der Begriff in seiner Bedeutung als Testwerkzeug im Kontext von Online-Lehr- und Lernszenarien seit einiger Zeit eine Art Renaissance. In diesem Kontext dienen Assessments durchaus unterschiedlichen und berechtigten Interessen.
Das Interesse auf Seiten der Bildungsanbieter ist die Evaluierung und Qualitätssicherung der angebotenen Szenarien und Programme. Auftraggeber bzw. Nachfrager nutzen diese als Nachweis der eingesetzten Mittel in Bezug auf das Erreichen der angestrebten Lernziele (Effizienz und Nutzen). Klassischerweise dienen Assessments oder Tests jedoch als Leistungsnachweis, mit dem Ziel der Selektion der Teilnehmer einer Maßnahme oder der Zugangsbeschränkung zu einer gewünschten Position oder Institution. Tests in Form von Wissenstests und Übungen sollen dem Lernenden die Möglichkeit bieten, das eigene Wissen unmittelbar zu überprüfen und Lernfortschritte zu kontrollieren. Dabei wird vor allem eine unmittelbare Auswertung von Testergebnissen bis hin zu mehr oder weniger individuellem Feedbacks über die aktuelle Lernzielerreichung besonders geschätzt. Wie beispielsweise die Studie „Was will der E-Learner 2006?“ [Link] zeigt, ist für die überwiegende Zahl der E-Learner (82% der Befragten) das Angebot an Einstufungs-, Zwischen- und Abschlusstests ein wichtiges Entscheidungskriterium bei der Auswahl eines Online-Trainings. Für 83% der an der Umfrage teilnehmenden Personen nahm das unmittelbare, direkte Feedback den größten Stellenwert ein, wobei die traditionelle E-Mail hierbei als bevorzugte Kommunikationsmöglichkeit genannt wurde. Die Ergebnisse dieser und anderer Studien geben Hinweise auf das Bedürfnis des Lerners nach Leistungskontrolle, um den genauen Wissenstand und eventuelle Defizite zu erfahren und sie verweisen zugleich auf die Bedeutung persönlicher Betreuung durch einen Teletutor oder Lernbegleiter.

Computergestützte Lernerfolgsmessung
Mit der Forderung nach betreuter Lernerfolgskontrolle stellt sich die Frage nach der Qualifikation der Testentwickler, da reliable Tests und Lernerfolgskontrollen (die messen, was sie zu messen vorgeben) für Online-Kurse in der Regel eigens konzipiert werden müssen. Die Erstellung von komplexen, intelligenten und angemessenen Lernfragen ist alles andere als banal und erfordert neben fundiertem Fachwissen hinsichtlich der Kursinhalte Kreativität, didaktische Kenntnisse und Erfahrung im Einsatz von Leistungskontrollinstrumenten.

° Redaktionelle Bearbeitung durch Gabriela Pflüger

Bei der Umsetzung dieser Kenntnisse in eine valide Testkonstruktion sind die Entwickler auf spezielle Softwarewerkzeuge angewiesen. Die meisten Autorentools bieten heute das Erstellen sowie die Auswertung von Testaufgaben und Übungssequenzen an. Diese Testfunktionen reichen allerdings nicht an die vielfältigen Funktionen heran, die eigenständige Assessment-Tools bieten. Chapman & Hall (2002) empfehlen in ihrer Klassifikation von Entwicklungswerkzeugen dafür die Software „Perception“ von Questionmark [Link]. Zu den Vorteilen von Perception zählen Chapman & Hall die zahlreichen integrierten Aufgabentypen über die Standardaufgabentypen hinaus, die flexible Zusammenstellung, die Auswahl aus Testpools und die mächtigen Reportfunktionen einschließlich der komplexen statistischen Auswertungen.

Didaktische Aspekte des Testeinsatzes
Dennoch kann auch die beste Software nicht das Wissen um die notwendigen didaktischen Vorüberlegungen ersetzen. Für alle Lernkontrollformen gilt: Sie sollten nur dort eingesetzt werden, wo Wissen sinnvoll überprüfbar ist, ihr Einsatz darf kein Selbstzweck sein. Die Erfahrungen bei der frühen Entwicklung von CBT (Computer Based Training) und der programmierten Instruktion zeigen, dass die starke Zergliederung des Lernprozesses den Anforderungen an eine komplexe Umwelt nicht gerecht wird und von den meisten Lernern abgelehnt wird. Dennoch hat sich der behavioristische Ansatz als didaktisches Element bei der Konzeption mediengestützter Lernangebote - neben den modernen Ansätzen des Konstruktivismus und der Problemorientierung, die diesem diametral entgegenstehen - bis heute halten können. Das Modell „Events of Instruction“ von Robert Gagné, das behavioristische Vorstellungen in ein Modell des kognitiven Lernens integriert, gilt in den USA als populärer Ansatz. Gagné beschrieb eine Folge von neun Ereignissen, die seines Erachtens bei jedem erfolgreichen Lehr-Lernprozess stattfinden müssen. Aufgrund der Kritik an der starren Vorgehensweise, die individuelle Lehrziele und die jeweilige Zielgruppe zu wenig berücksichtigt, wurden die Überlegungen von Gagné zum 3-2-1-Modell weiterentwickelt, in das der „Test“ als didaktisches und methodisches Element integriert ist.
Die Notwendigkeit von Tests ergibt sich nach Gagné vor allem aus der Analyse der Rahmenbedingungen. Beispiele: Dient die Rückmeldung der Selbsteinschätzung oder der Zertifizierung? Dient das Lernen als Vorbereitung auf eine festgelegte Prüfung? Überwiegt extrinsische gegenüber intrinsischer Motivation? Je nach Rahmenbedingung sollen unterschiedliche Test-Tools zum Einsatz kommen

Haupteinsatzbereiche von Test-Tools
Shepherd und Godwin unterscheiden in ihrem Whitepaper „Assessments im Lernprozess“ [siehe Download-Link auf Seite 3 dieses Artikels] fünf Haupteinsatzbereiche von Testing-Tools: Das diagnostische Assessment, welches in erster Linie dazu dient, den Bedarf und die Vorkenntnisse der Teilnehmer zu eruieren, um die am besten geeignete Lernerfahrung zu ermitteln. Das formative Assessment, das dem Lernenden die Möglichkeit bietet, sein erworbenes Wissen in Übungsform abzurufen. Im Anforderungsassessment werden Können, Fähigkeiten und Einstellungen einer Gruppe bestimmt um eine Bedarfsanalyse zu unterstützen. (Mit einer Bedarfsanalyse wird die
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Online Tutoring Journal, Ausgabe 3, 2006, Schmitt, R.: Tests und Tutoring, S. 1.  

Thema der aktuellen Ausgabe: "Fachspezifische Aspekte teletutorieller Betreuung"

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